Was denkt eigentlich ... Anke Herbener?

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Frankfurt
,
 
2/9/2020

English version below

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Was denkt eigentlich ... Anke Herbener?

Als CEO der Digitalagentur MRM und Board Member der McCann Worldgroup sieht Anke Herbener für ihre Zunft in der Coronakrise auch etwas Positives. Über sich selbst sagt die 48-Jährige: „Ich bin tatsächlich keine Sirene."


Ende September startet die DMEXCO 2020. Der BVDW, bei dem Sie Vizeprä­sidentin sind, ist Inhaber der Marke dmexco und wichtiger inhaltlicher Treiber. Was denken Sie: Wie hart ist es für die Branche, dass die DMEXCO wegen Corona diesmal nur digital stattfinden kann?

Zunächst einmal ist die Entscheidung für eine rein digitale DMEXCO die aller­beste gewesen. Jetzt müssen wir diese Chance verwandeln. Ich bin mir sicher, dass die DMEXCO auch rein digital interessant, spannend und abwechslungs­reich wird. Warum sollte die Digital­branche nicht auch Vorreiter für eine funktionierende Digitalmesse sein? 


Wie hart trifft die Coronakrise die Digitalagenturen?

Die Krise trifft die gesamte Wirtschaft schwer. Es wird noch eine Weile dauern, bis wir das verarbeitet haben. Viele Unternehmen brauchen dringend Unterstützung bei ihrer weiteren Digita­lisierung. Nach allem, was ich höre, geht es deshalb vielen Digitalagenturen gera­de jetzt verhältnismäßig gut. Mit ihrer Hilfe werden zurzeit nicht nur viele neue Transformationsprozesse angesto­ßen, sondern auch nachhaltig und schnell umgesetzt. Das ist vermutlich das einzig Positive an der Pandemie.


Interessant. Gilt das auch für MRM, bei der Sie seit gut einem Jahr CEO und zusätzlich Board Member bei der McCann Worldgroup sind?

Uns geht es gut. Ich bin sehr zufrieden, wie wir die Agentur in das richtige Fahr­wasser gebracht haben und die Heraus­forderungen meistern.


Das heißt, Ihr Geschäft wächst trotz oder gerade wegen Corona?

Konkrete Zahlen darf ich Ihnen als bör­sennotiertes Unternehmen nicht nen­nen. Aber ich kann Ihnen versichern: Wir sind zufrieden. Wir haben Innova­tion und Digital in unserer DNA. Das hilft uns jetzt sehr.


Vor Ihrem Wechsel zur McCann Worldgroup waren Sie zehn Jahre lang CEO bei DigitasLBi, dann haben Sie ein zweijähriges Intermezzo mit der eigenen Agentur Digital Changers eingelegt. War die Selbstständigkeit nichts für Sie?

Ich habe Digital Changers gegründet, um einen neuen Agenturansatz zu ent­wickeln, den ich nun bei MRM einbringe. Letztlich hat es mich auch wieder ge­reizt, ein großes Team zu führen und Mitglied im Board der Agenturgruppe der McCann Worldgroup in Deutschland zu sein. Ich hatte noch nie Angst, Ver­antwortung zu übernehmen.


In einem Gastbeitrag zum Weltfrauen­tag im März haben Sie sich für Gleich­berechtigung stark gemacht: Wie sehr treibt Sie das Thema um?

Es ist eines der Themen, die mir sehr wichtig sind - neben der digitalen Transformation. Mir geht es darum, mich möglichst unverkrampft für Gleichberechtigung stark zumachen und dass sich Frauen und Männer gleichermaßen dafür einsetzen.


Sie selbst sind sehr erfolgreich und trotzdem verglichen mit manch anderer Sirene in der Branche relativ leise unterwegs.

Ich bin tatsächlich keine Sirene. Ich melde mich zu Wort, wenn ich etwas zu sagen habe, und das dann auch sehr ger­ne. Ich spreche regelmäßig als Expertin auf Konferenzen. 

Im BVDW-Präsidium sind Sie die einzige Frau neben fünf Männern. Da müsste doch mehr gehen.

Das Ziel ist, weitere Frauen für das Präsidium zu gewinnen. Aber Kandidatin­nen und Kandidaten müssen die Mitglieder überzeugen, und sie müssen wissen: Das Ehrenamt im BVDW-Präsi­dium ist ziemlich intensiv.

 

Und sonst so?

Es nervt mich, dass ...

es nicht mehr Frauen ander Spitze von Staaten gibt. Wir sehen gerade jetzt in der Pande­mie, wie gut Länder durch die Krise kommen, die von Frauen regiert werden.

Ich freue mich ...

auf die rein digitale dmexco.


Die nächste Sau im Dorf heißt vermutlich ...

die neue Arbeitswelt mit und nach Corona. Hier wird sich sehr viel nachhaltig ändern.

Nicht mehr hören kann ich...

ehrlich gesagt gar nichts. Ich höre mir immer alles gerne erst einmal an.

Interview aus der Absatzwirtschaft Ausgabe 9/2020

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What does Anke Herbener actually think?

As CEO of the digital agency MRM and board member of McCann Worldgroup, Anke Herbener also sees something positive for her guild in the corona crisis. About herself, the 48-year-old says: “I'm really not a siren.”

DMEXCO 2020 will be launched at the end of September. The BVDW, of which you are Vice President, is the owner of the DMEXCO brand and an important driver of content. How hard is it for the industry that DMEXCO can only be held digitally this time because of Corona?

The decision for a purely digital DMEXCO was the best of all. Now we have to transform this opportunity. I am sure that DMEXCO will also be interesting, exciting and varied in purely digital terms. Why shouldn't the digital sector also be a pioneer for a functioning digital trade fair?

How hard is the corona crisis hitting digital agencies?

The crisis is hitting the entire economy hard. It will still take a while before we have processed this. Many companies need urgent support in their further digitization. From what I hear, many digital agencies are doing relatively well right now. With their help, not only are many new transformation processes being initiated, but also implemented quickly and sustainably. That is probably the only positive thing about the pandemic.

Interesting. Does that also apply to MRM, where you have been CEO and also a board member of McCann Worldgroup for a year?

We are doing well. I am very satisfied with the way we have put the agency in the right direction and mastered the challenges.

Does this mean that your business is growing despite or because of Corona?

As a listed company, I cannot give you any concrete figures. But I can assure you: We are satisfied. We have innovation and digital in our DNA. That helps us a lot now.

Before joining McCann Worldgroup, you were CEO of DigitasLBi for ten years, then you had a two-year intermezzo with their own agency, Digital Changers. Was self-employment not for you?

I founded Digital Changers to develop a new agency approach, which I am now bringing to MRM. In the end, I was attracted once again to leading a large team and being a member of the board of the agency group at McCann Worldgroup in Germany. I have never been afraid to take on responsibility.

In a guest article on World Women's Day in March, you spoke out for equal rights: How much does the topic concern you?

It is one of the topics that is very important to me - besides digital transformation. I want to be as candid as possible in my efforts to promote equality and encourage women and men to be equally committed to it.

You yourself are very successful and yet relatively quiet compared to many other sirens in the industry

I'm actually not a siren. I speak up when I have something personal to say, and I do so very rarely. I regularly speak as an expert at conferences.

In the BVDW presidium you are the only woman among five men. There should be more than that.

The goal is to secure more women for the presidium. But candidates must convince their members and know that they can win them over: The honorary office in the BVDW presidium is quite intensive.


And otherwise?

It's annoying that...

there are no longer women at the top of states. In this pandemic, we are witnessing how well countries governed by women are getting through the crisis.


I am pleased ...

by the purely digital DMEXCO.

The next focus will be ...

the new working world during and post-Corona. A lot will change now and in the long term.

I can no longer hear ...

honestly nothing at all. I always like to listen to everything first.


Interview published by Absatzwirtschaft in Issue 9/2020

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Jérôme Cholet
PR & Communications Director
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